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Kennzahl: 435 ALLGEMEINE INFORMATIONEN

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II. Was ist Rating?

„To rate“ heißt soviel wie „bewerten“ bzw. „abschätzen“. Es geht um die Einschätzung der zukünftigen Fähigkeit eines Unternehmens, seine Zins- und Tilgungsverpflichtungen termingerecht und vollständig erfüllen zu können.

Die Bonitätsbeurteilung erfolgt anhand standardisierter Verfahren. Einerseits werden Kennzahlen aus verschiedenen Informationsbereichen des Jahresabschlusses oder der betriebswirtschaftlichen Planungsrechung gebildet, andererseits werden zukunftsgerichtete, qualitative Faktoren einbezogen. Die Ergebnisse des Ratings werden in einer Note/Kennzahl zusammengefasst.

Das Rating dient dazu, die Kreditnehmer in verschiedene Risikoklassen einzuteilen, die jeweils mit bestimmten Kreditkonditionen verknüpft sind.
Nach Basel II kann die Bonitätsbeurteilung sowohl durch interne als auch durch externe Ratings erfolgen.

II.1) Externes Rating

Ein externes Rating wird durch eine (banken-) unabhängige Agentur oder Gesellschaft durchgeführt. Dieses kann eine spezielle Ratingagentur oder eine Unternehmensberatungs-, Steuerberatungs- oder Wirtschaftsprüfungsgesellschaft sein, die Rating als ein Produkt anbietet. Einen einheitlichen Ratingstandard gibt es bisher noch nicht. Der Wert eines Ratings wird davon abhängen, inwieweit die späteren Kreditausfälle im Rahmen der prognostizierten Ausfallwahrscheinlichkeiten bleiben.

Neben den etablierten Ratingagenturen wie z. B. Moody´s und Standard & Poor´s sind in letzter Zeit eine Reihe von Ratingagenturen entstanden, die den Mittelstand als Zielgruppe haben:

II.2) Internes Rating

Ein internes Rating führt eine Bank oder Sparkasse im Zusammenhang mit einer Kreditvergabeentscheidung durch. Die Kreditinstitute bewerten schon seit Jahren ihre Firmenkunden durch interne Ratingverfahren. Sie müssen diese Verfahren jetzt an die Anforderungen nach Basel II anpassen. Dazu werden von der Kreditwirtschaft Bewertungsverfahren entwickelt, die von den zuständigen Aufsichtsbehörden zu genehmigen sind. Die Verfahren sind offen zu legen und die Ergebnisse müssen vergleichbar sein.

II.3) Externes oder internes Rating?

Für die Kreditvergabe ist das interne Rating entscheidend. Kreditinstitute werden bei Vorlage eines externen Ratings nicht auf das hausinterne Rating verzichten. Ein gutes externes Rating kann allerdings die Verhandlungsposition gegenüber Kreditinstituten stärken.

Das externe Rating erleichtert vor allem den direkten Zugang zum Kapitalmarkt. Außerdem ist ein gutes Rating eine Referenz gegenüber Gesellschaftern, Lieferanten und Kunden, da es die Bonität dokumentiert.



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