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Saarwirtschaft: Aufschwung verliert an Schwung

Geringeres Wachstumstempo im Winterhalbjahr
IHK-Konjunkturumfrage November 2005

Der Aufschwung gönnt sich eine Verschnaufpause. Nach der relativ guten Entwicklung im bisherigen Jahresverlauf hat sich die Stimmung in der Saarwirtschaft im November etwas eingetrübt. Das signalisiert der IHK-Klimaindex, der die Einschätzungen der Unternehmen zur aktuellen Geschäftslage und die Aussichten für die kommenden sechs Monate widerspiegelt. Er ist gegenüber dem Vormonat um vier Punkte auf 135 Zähler gefallen und liegt jetzt um acht Punkte unter seinem diesjährigen Höchststand von August. Der Export läuft zwar nach wie vor mit viel Schwung, doch halten die Schwächetendenzen bei der Binnennachfrage weiter an. Sorge bereitet vor allem, dass die Aussichten für die kommenden Monate jetzt negativer eingeschätzt werden als in den Vormonaten. „Eine Rolle spielt dabei sicherlich auch, dass die Koalitionsvereinbarung viele Hoffnungen enttäuscht hat. Die Unternehmen vermissen eine klare Reformperspektive in der Arbeitsmarkt- und Steuerpolitik und entsprechende Impulse für Wachstum und Beschäftigung.“ So kommentierte IHK-Hauptgeschäftsführer Volker Giersch die November-Umfrage der IHK Saarland, an der rund 180 Unternehmen mit 110.000 Beschäftigten teilnahmen.
Der Vergleich mit den Indikatoren von Ifo für Deutschland deutet darauf hin, dass das Saarland den Wachstumsvorsprung, den es sich im bisherigen Jahresverlauf gegenüber dem Bund erarbeitet hat, jetzt zum Teil wieder einbüßt. „Für das Gesamtjahr“, so Giersch, „wird es aber dennoch bei einem deutlichen Plus für das Saarland bleiben. Wir rechnen weiterhin mit einem Saarwachstum von 1,5 bis 2 Prozent.“
Insgesamt bewerten derzeit 28 Prozent der befragten Unternehmen ihre Geschäftslage mit „gut“, 61 Prozent mit „befriedigend“ und elf Prozent mit „schlecht“. Der IHK-Lageindikator (Saldo aus „Gut“- und „Schlecht“-Meldungen) hat sich damit gegenüber dem Vormonat um drei Punkte auf 17 Zähler verringert. Von der guten Exportkonjunktur, die durch den wieder schwächeren Euro neuerlichen Auftrieb erhalten hat, profitieren vor allem der Fahrzeugbau, der Maschinenbau, die Gießereien sowie die Medizin-, Mess- und Regeltechnik. In der Stahlindustrie laufen die Geschäfte relativ gut, obgleich die Dynamik etwas nachgelassen hat. Überwiegend positive Stimmen kommen auch aus der IT-Branche und von den Versicherungen. Dagegen lässt die Stimmung im Handel und auf dem Bau weiterhin zu wünschen übrig.
Wachstum wird schwächer
Die Aussichten für die kommenden sechs Monate haben sich im November weiter eingetrübt. Der IHK-Erwartungsindikator (Saldo aus „Besser“- und „Schlechter“-Meldungen) ist gegenüber dem Vormonat um drei Punkte gesunken. Mit minus zwölf Punkten liegt er weit im negativen Terrain. Giersch: „Vor allem im Handel haben sich die Aussichten spürbar eingetrübt. Die Hoffnungen auf das bevorstehende Weihnachtsgeschäft sind alles andere als überschwänglich. Allzu sehr werden Kauflust und Kaufkraft durch die Sorge um den Arbeitsplatz, mangelndes Zukunftsvertrauen und die hohen Energiepreise gedämpft.“

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