
Stadt- und Citymarketing erfolgreich betreiben
Stadt- und Citymarketingprozesse sind aus der Entwicklungsarbeit von Städten, Innenstädten, Regionen und auch Geschäftsstraßen nicht mehr wegzudenken. Angesichts des starken strukturellen Wandels im Einzelhandel und der sich veränderten Konsumgewohnheiten und nicht zuletzt durch den zunehmenden Einfluss von Internet und KI unterliegen unsere Innenstädte und Ortszentren einen starken Handlungsdruck. Shoppen ist nicht mehr Thema Nr. 1 in unseren Städten. Für zunehmend leerstehende Einzelhandelsgewerbeflächen sind neue Konzepte gefragt.
Viele Städte haben sich auf den Weg gemacht „sich neu zu erfinden“. Die Themen Wohnen in der Innenstadt, Kunst- und Kultur sowie Aufenthaltsqualität stehen immer stärker im Fokus, wenn es darum geht, Innenstädte und Ortszentren attraktiv zu gestalten.
Dafür sind vielfach neue Innenstadtakteure gefragt sich aktiv einzubringen und Immobilienbesitzer sind gefordert ihre Geschäftsmodelle neu definieren, wenn es darum geht Nachmieter zu finden.
Stadt- und Citymarketingprozesse sind hier der geeignete Impulsgeber, Akteure zusammen zu bringen, gemeinsam Lösungsstrategien zu entwickeln. Nicht selten handelt allerdings in den Städten eine Vielzahl von Akteuren unkoordiniert nach individuellen Entscheidungen und Kalkülen. Deshalb kommt es hier darauf an, einen Entwicklungsprozess einzuleiten, der eine kooperative wie auch kommunikative Einbindung aller Akteure gewährt.
Die „Prüfsteine für eine erfolgreiches Stadt- und Citymarketing“ sollen als Orientierungs- und Arbeitshilfe dienen. Die zahlreichen Stolperfallen im Stadt- und Citymarketing können durch Beachtung einiger Grundsätze erheblich vermindert werden.
Prüfsteine auf dem Weg in ein erfolgreiches Stadt- und Citymarketing:
Bei allen diesen Punkten handelt es sich um strukturorientierte Prüfsteine des Stadt- und Citymarketings. Doch wie sieht es mit dem Inhalt aus? Die Spannbreite an durchgeführten Maßnahmen ist enorm und reicht von einfachen Maßnahmen bis hin zu fantasievollen und aufwendigen Projekten. Hierbei grundsätzlich zwischen „gut“ und „schlecht“ zu unterscheiden, ist nicht angebracht. Die Projekte können nur im Einzelfall am absoluten Erfolg bzw. am Verhältnis von Input zu Output oder an ihrem Zielerreichungsgrad gemessen werden. Grundvoraussetzung ist aber, dass das Projekt mit den Zielen kompatibel ist und deren Erreichung fördert. So muss sich jedes Stadt- und Citymarketing die Frage stellen lassen:
Katalog verschiedenster Aktionen / Aktivitäten
Um zu verdeutlichen, wie weit die Spannbreite der durchgeführten Maßnahmen ist, haben wir einen unkommentierten Katalog der Aktivitäten angefügt. Dieser ist keinesfalls vollständig. Er soll lediglich der Anregung dienen, denn das Ziel einer unverwechselbaren Positionierung der Stadt wird nicht durch Nachmachen, sondern durch Selbermachen erreicht.
Interne / organisatorische Maßnahmen
- Internet-Auftritt / Aktivitäten in der Social Media steigern
- Bildung von Facharbeitskreisen
- Erstellung eines Handlungskatalogs
- Erhöhung der Mitgliederzahl des Vereins
- Koordination unterschiedlichster Partner
- Institutionalisierung des Stadt- und Citymarketings
- Einstellung eines Stadt- und Citymanagers
- Durchführung einer Zukunftswerkstatt (Seminarreihe)
- Einrichtung eines Eventcontrolling
Leitbildentwicklung / Studien / Umfragen
- Leitbildentwicklung
- Situations- und Imageanalyse
- Anfertigung einer Entwicklungsstudie
- Onlinebefragung, Telefoninterviews zur Ist-Analyse
Nach außen gerichtete Maßnahmen / Aktionen
- Mitarbeit bei der Umsetzung eines attraktiven Mobililtätskonzeptes
- Weihnachtsbeleuchtung
- Öffentlichen Raum stärker bespielen /Handel und Gastro aktiv einbinden
- Image-Kampagne
- Projekt „Sauberkeit und Sicherheit“
- Einrichtung eines Zukunftsforums mit allen gesellschaftlich relevanten Gruppen
- Maimarkt
- Weinfest
- Stadtfest
- Hobbybörse
- Wirtschaftsschau / Informationsmesse
- Aktionstage für Jugendliche
- Tag des Auszubildenden
- Installation Kundenfrequenzmessung
- Aktives Leerstandsmanagement, ggf. Einsatz Spezialsoftware wie z.B. LEAN
- Verkaufsoffene Sonntage, Eventnacht
- City-Card, City-App
- Belebung der bestehenden Märkte
- Netzwerkaufbau Schule – Wirtschaft
- Einkaufsführer
- Parkplatzführer
- Rathaus und Bürgerservice im Internet und über Social Media kommunizieren
- Kulturnacht
- Hotelbeschilderungssystem
- Fußgängerinformationssystem
- Zeitungsbeilagen zu Imagezwecken
- Senkung der Parkgebühren
- Gemeinsames Logo
- Gewerbeflächen-Informationen (sammeln und bereitstellen)
- Gästeführungen
- Pflege der historischen Vergangenheit
- Straßenfest
- Weihnachtsmarkt
- Vereinheitlichung der Ladenöffnungszeiten
- Erlebniswochenenden
- Touristinfo
- Urban Gardening
- Neugestaltung der Bepflanzung
- Fahrradverleih
- Image-Ausstellungen
- Gemeinsame Weihnachtswerbung
- Frühjahrsmarkt
- Veranstaltungsreihe wie „Music in the City“
- Barrierefreiheit
- Kultursommer
- Veranstaltungskalender koordinieren und kommunzieren
- Markenaufbau
- Innenstadtsanierung positiv dokumentieren
- Katalog mit Förderprogrammen zur Zielgruppenberatung
- Wirtschaftstreffen / Unternehmergespräche
- Ideenwettbewerbe
- Bepflanzung der Innenstadt (z. B. „Achim blüht auf“)
- Installierung einer mobilen Eislaufbahn
- Einrichtung von Spielsituationen in der Innenstadt
- Bauernmarkt in der City
- Gutschein-App (wie z.B. keep local)
- IHK Aktion Heimat shoppen
