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 Motiv: ©dusanpetkovic1  - stock.adobe.com

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Kennzahl: 17.15588
01.12.2020

Trotz Teil-Shutdown weiterer Rückgang der Arbeitslosigkeit


Der Teil-Shutdown hatte bislang noch keine negativen Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Das liegt nicht zuletzt auch an der erneut gestiegenen Inanspruchnahme von Kurzarbeit – insbesondere in der Gastronomie. Insgesamt folgt die Entwicklung damit dem üblichen saisonalen Verlauf und deshalb ist die Arbeitslosigkeit wie schon in den vergangenen Jahren auch in diesem November weiter gesunken.

Aktuell gibt es an der Saar 37.737 Arbeitslose. Das sind 943 Arbeitslose weniger als im Oktober, aber 5.428 mehr als ein Jahr zuvor (+16,8 Prozent). Mehr November-Arbeitslose gab es im Saarland zuletzt im Jahr 2007. Selbst auf dem Höhepunkt der Weltfinanzkrise im Jahr 2009 lag die Arbeitslosigkeit im Vergleichsmonat mit 37.072 Personen noch darunter. Aktuell liegt die Arbeitslosenquote im Saarland bei 7,1 Prozent (Bund: 5,9 Prozent).

Trotz der positiven Entwicklung am aktuellen Rand gilt nach wie vor, dass bereits vor Ausbruch der Corona-Pandemie eine schwache Konjunktur und strukturelle Probleme in Teilen der Industrie den Saar-Arbeitsmarkt unter Druck gesetzt hatten. Im Ergebnis ist deshalb der Abstand zu den anderen Bundesländern in den letzten Jahren immer weiter angewachsen. Aktuell weisen nur noch sechs Bundesländer eine höhere Arbeitslosenquote auf. Bezogen auf den Spitzenreiter Bayern ist die Quote im Saarland nach wie vor fast doppelt so hoch.

Die Teilsegmente des Arbeitsmarktes haben sich im November mehr oder weniger gleichgerichtet entwickelt. Die Arbeitslosenquote der unter 25-Jährigen sank im Saarland von 5,9 auf 5,5 Prozent. Deutschlandweit von 5,5 auf 5,1 Prozent. Bei den 55 bis unter 65-Jährigen verringerte sich die Quote im Saarland leicht von 6,7 auf 6,6 Prozent. Im Bund dagegen stagnierte sie weiterhin bei 6,1 Prozent. Erneut gesunken ist die Ausländerarbeitslosigkeit. An der Saar sank die Quote von 20,7 auf 20,3 Prozent. Im Bundesschnitt von 14,6 auf 14,2 Prozent. Insgesamt gesehen hinkt das Saarland dem Bund nach wie vor in allen drei Teilsegmenten des Arbeitsmarktes hinterher.

Auch die Beschäftigung folgte zuletzt dem üblichen saisonalen Trend. Nach den Sommerferien steigt sie gewöhnlich an. So ist dann auch im September (neuere Daten liegen noch nicht vor) die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten an der Saar auf 390.900, gestiegen. Obwohl dies im längerfristigen Vergleich immer noch ein hohes Beschäftigungsniveau darstellt, zeigt der Vorjahresvergleich doch weiterhin einen deutlichen Beschäftigungsrückgang an. Gegenüber September 2019 beträgt er im Saarland -1,3 Prozent (-5.085 Arbeitsplätze). Damit liegt das Saarland im Bundesvergleich weiterhin zusammen mit Thüringen auf dem letzten Platz. Der Bundesdurchschnitt liegt bei -0,4 Prozent.

„Wegen der zunehmenden Inanspruchnahme von Kurzarbeit hat sich der Teil-Shutdown bislang noch nicht negativ auf den Saar-Arbeitsmarkt ausgewirkt. Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit im November folgt daher vielmehr dem saisonalen Verlauf. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist sie aber erneut gestiegen. Bei der Beschäftigungsentwicklung zeigt sich ein ähnliches Bild, allerdings mit umgekehrten Vorzeichen. Für das Gesamtjahr 2020 rechnen wir mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit im Jahresdurchschnitt um bis zu 5.500 Personen und mit einem Rückgang der Beschäftigung in der gleichen Größenordnung.“ So kommentierte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Heino Klingen die heute (1. Dezember) von der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit vorgelegten Arbeitsmarktzahlen.

Mehr Beschäftigung, weniger Arbeitslose Nr.1 09/2020
Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Saarland (png)

ntwicklung der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Bund (png)

Sechs Bundesländer mit höheren Arbeitslosenquoten als im Saarland (png)

Entwicklung der Beschäftigung im Saarland (png)

Entwicklung der Beschäftigung im Vergleich zum Bund (png)