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 Motiv: ©dusanpetkovic1  - stock.adobe.com

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29.10.2020

Saisonbedingt weiterer Rückgang der Arbeitslosigkeit, aber keine Trendwende in Sicht


Im Oktober ist die Arbeitslosigkeit weiter gesunken – um 1.193 Personen gegenüber September. Auch diesmal folgte die Entwicklung dabei dem jahreszeitlich üblichen Verlauf. Aktuell gibt es an der Saar 38.680 Arbeitslose. Das sind 5.420 Menschen mehr als noch ein Jahr zuvor (+16,3 Prozent). Mehr Oktober-Arbeitslose gab es im Saarland zuletzt im Jahr 2007. Selbst auf dem Höhepunkt der Weltfinanzkrise im Jahr 2009 lag die Arbeitslosigkeit im Vergleichsmonat mit 37.220 Arbeitslosen klar darunter. Die Oktober-Arbeitslosenquote liegt im Saarland jetzt bei 7,2 Prozent (Bund: sechs Prozent).

Trotz einer positiven Entwicklung am aktuellen Rand gilt nach wie vor, dass bereits vor Ausbruch der Corona-Pandemie eine schwache Konjunktur und strukturelle Probleme in Teilen der Industrie den Saar-Arbeitsmarkt unter Druck gesetzt hatten. Im Ergebnis ist deshalb der Abstand zu den anderen Bundesländern in den letzten Jahren immer weiter angewachsen. Aktuell weisen nur noch sechs Bundesländer eine höhere Arbeitslosenquote auf. Bezogen auf den Spitzenreiter Bayern ist die Quote im Saarland nach wie vor fast doppelt so hoch.

Die Teilsegmente des Arbeitsmarktes haben sich an der Saar wie auch im Bund im Oktober wieder uneinheitlich entwickelt. Die Arbeitslosenquote der unter 25-Jährigen sank im Saarland deutlich von sieben auf 5,9 Prozent. Deutschlandweit von 6,2 auf 5,5 Prozent. Bei den 55 bis unter 65-Jährigen stieg die Quote leicht oder blieb unverändert. Hierzulande von 6,6 auf 6,7 Prozent. Im Bund dagegen Stagnation bei 6,1 Prozent. Gesunken ist die Quote arbeitsloser Ausländer. An der Saar von 21,5 auf 20,7 Prozent. Im Bund von 15,1 auf 14,6 Prozent. Insgesamt gesehen hinkt das Saarland dem Bund nach wie vor in allen drei Teilsegmenten des Arbeitsmarktes hinterher.

Auch die Beschäftigung folgte zuletzt dem üblichen saisonalen Trend. Zum Ende der Sommerferien steigt sie gewöhnlich an. So ist dann auch im August (neuere Daten liegen noch nicht vor) die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten an der Saar auf 389.100, gestiegen. Obwohl dies im längerfristigen Vergleich immer noch ein hohes Beschäftigungsniveau darstellt, zeigt der Vorjahresvergleich doch einen deutlichen Beschäftigungsrückgang. Gegenüber August 2019 beträgt er im Saarland -1,5 Prozent (-5.791 Arbeitsplätze). Damit liegt das Saarland jetzt im Bundesvergleich zusammen mit Thüringen auf dem letzten Platz. Der Bundesdurchschnitt liegt weiterhin bei -0,3 Prozent.

„Der Saar-Arbeitsmarkt hat sich auch im Oktober weiter entspannt. Das ist in diesen schwierigen Zeiten eine erfreuliche Entwicklung. Allerdings folgte der Rückgang der Arbeitslosigkeit dabei dem üblichen saisonalen Verlauf. Junge Menschen haben nach dem Abschluss ihrer Ausbildung eine Anschlussbeschäftigung gefunden, wozu auch die leicht gestiegene Einstellungsbereitschaft einiger Branchen beigetragen hat. Von einer generellen Trendwende zum Besseren kann dennoch nicht gesprochen werden. Angesichts der erneuten Verschärfung der Corona-Auflagen erwarten wir für den Rest des Jahres keine substanziellen Verbesserungen der Arbeitsmarktsituation.“ So kommentierte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Heino Klingen die heute (29. Oktober) von der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit vorgelegten Arbeitsmarktzahlen.

Mehr Beschäftigung, weniger Arbeitslose Nr.1 09/2020
Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Saarland (png)

ntwicklung der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Bund (png)

Sechs Bundesländer mit höheren Arbeitslosenquoten als im Saarland (png)

Entwicklung der Beschäftigung im Saarland (png)

Entwicklung der Beschäftigung im Vergleich zum Bund (png)