Offizielle Internetpräsentation der IHK Saarland



 Motiv: © rasstock - Fotolia.com

Motiv: © rasstock - Fotolia.com

Kennzahl: 2215

Home-Office in Zeiten von Corona


Eine Möglichkeit, um das Risiko einer Ansteckung bzw.Verbreitung des Coronavirus zu verringern, ist, Mitarbeiter in Home-Office zu schicken. Doch was ist dabei zu beachten? Im Folgenden geben wir Ihnen einen Überblick darüber, wann Home-Office angeordnet werden kann und was geregelt werden sollte.

Kann ich meinen Mitarbeiter ins Home-Office schicken?

Entscheidend ist, was im Arbeitsvertrag geregelt ist. Wurde dort nicht festgehalten, dass die Arbeitsleistung (auch) im Home-Office erbracht werden kann, ist das Einverständnis des Mitarbeiters in Form einer gesonderten Vereinbarung als Zusatz zum Arbeitsvertrag notwendig. Ohne eine Vereinbarung kann der Arbeitgeber nicht einseitig seine Mitarbeiter nicht einfach ins Home-Office schicken.

Was gilt, wenn der Mitarbeiter von den Behörden in häusliche Quarantäne geschickt wird?

Wenn ein Arbeitnehmer arbeitsunfähig erkrankt ist, kommt auch keine Arbeit im Home-Office in Betracht. Solange der Arbeitnehmer allerdings nur zum Schutz vor (potentieller) Ansteckung isoliert wird, ohne erkrankt zu sein, kann er grundsätzlich von zu Hause aus arbeiten.

Kann der Arbeitnehmer verlangen, von zu Hause arbeiten zu dürfen?

Ein gesetzlicher Anspruch des Arbeitnehmers, im Home-Office arbeiten zu dürfen, existiert nicht. Ein solcher Anspruch besteht auch nicht in Zeiten von Corona. Wurde vertraglich ein solches Recht des Arbeitnehmers verankert, so darf er auf dieses Recht pochen.

Welche Regelungen sind beim Home-Office zu beachten?

Es gelten grundsätzlich die gleichen Anforderungen wie auch am betrieblichen Arbeitsplatz. Insbesondere sind die Arbeitszeitregelungen einzuhalten und die Vorgaben zum Arbeitsschutz zu beachten. Die tägliche Arbeitszeit darf grundsätzlich acht bzw. 10 Stunden nicht überschreiten. Bei sechs bis neun Stunden Arbeitszeit ist eine Ruhepause von mindestens 30 Minuten einzulegen. Nach Beendigung der täglichen Arbeitszeit ist die Arbeit für 11 Stunden zu unterbrechen, bevor sie wieder aufgenommen wird. An Sonn- und Feiertagen gilt grundsätzlich ein Arbeitsverbot. Sinnvoll ist es, dem Arbeitnehmer die Pflicht zur Dokumentation der Arbeitszeiten aufzuerlegen und Zeiten festzulegen, in denen der Arbeitnehmer erreichbar sein muss.

Der Arbeitgeber muss dafür sorgen, dass der Arbeitsplatz sicher ist bzw. eine Gefährdung möglichst vermieden wird. Im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung sind mögliche Gefährdungen festzustellen und entsprechende Maßnahmen umzusetzen. Grundsätzlich ist der Arbeitnehmer über die Berufsgenossenschaft bei Arbeitsunfällen versichert. Probleme treten immer wieder auf, wenn beim Home-Office ein Unfall geschieht. Grundsätzlich greift auch beim Home-Office die gesetzliche Unfallversicherung ein, soweit der Unfall im Zusammenhang mit der abhängigen Beschäftigung besteht. Nach der Rechtsprechung der Sozialgerichte liegt in der Regel kein Arbeitsunfall vor, wenn der Unfall auf dem Weg zur Toilette oder zur Nahrungsaufnahme passiert. Arbeitnehmer sind gut beraten, wenn sie sich zusätzlich versichern.

Ein nicht zu unterschätzendes Thema ist auch der Datenschutz. Der Arbeitnehmer ist mit der Home-Office-Vereinbarung zur Einhaltung der Datenschutzvorschriften zu verpflichten. Hat der Mitarbeiter Zugriff auf Systeme im Betrieb, müssen technische Sicherheitsmaßnahmen ergriffen werden, z.B. Zwei-Faktor-Authentifizierung, Verschlüsselung, usw.



Ihr Anliegen ist unser Auftrag

Ihr Anliegen ist unser Auftrag

Home-Office in Zeiten von Corona