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Saarwirtschaft weiter auf Wachstumskurs

Aber geringeres Wachstumstempo im zweiten Halbjahr

24.06.2011

Die Saarwirtschaft befindet sich zu Beginn des Sommerquartals weiter im konjunkturellen Aufwind. Trotz der anhaltenden Schuldenkrise in der EU hat sich die Geschäftslage der Unternehmen im Juni nochmals verbessert. Der IHK-Lageindikator ist gegenüber dem Vormonat um 1,1 Punkte auf 37,8 Zähler gestiegen. Er liegt damit nur noch knapp unter seinem Allzeithoch, das im Mai 2007 mit 39,7 Punkten erreicht wurde. Vor allem in der Industrie hat sich die aktuelle Geschäftslage weiter aufgehellt. Hier bewerten inzwischen 57 Prozent der Unternehmen ihre Lage mit gut oder sehr gut. Die Geschäftsaussichten für die zweite Jahreshälfte sind dagegen nicht mehr ganz so freundlich. Der IHK-Erwartungsindikator fiel um 6,2 Punkte; er liegt mit 10,9 Punkten aber immer noch deutlich im positiven Bereich. „Das bedeutet: Die Saarwirtschaft bleibt auf Wachstumskurs. Die Dynamik des Aufschwungs wird sich in den kommenden Monaten aber etwas abschwächen. Insbesondere im Exportgeschäft werden die Zuwachsraten nicht mehr ganz so hoch ausfallen wie in den ersten beiden Quartalen. Hier wirkt sich aus, dass die Weltwirtschaft im Frühjahr auf einen flacheren Wachstumspfad eingeschwenkt ist. Das Inlandsgeschäft dürfte dagegen weiter von der anhaltend positiven Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt profitieren. Wir bleiben deshalb bei unserer Wachstumsprognose für die Saarwirtschaft von gut 3,5 Prozent für dieses Jahr.“ So kommentierte IHK-Hauptgeschäftsführer Volker Giersch die Juni-Umfrage der IHK Saarland, an der sich 300 Unternehmen mit rund 120.000 Beschäftigten beteiligten.

Insgesamt bewerten derzeit 45 Prozent der befragten Unternehmen ihre Geschäftslage mit gut oder sehr gut, 48 Prozent mit befriedigend und nur noch sieben Prozent mit schlecht. Gute Geschäfte melden vor allem die Stahlindustrie, der Fahrzeugbau, der Maschinenbau, der Stahlbau, die Hersteller von Metallwaren sowie die Medizin-, Mess- und Automatisierungstechnik. Überwiegend befriedigende Stimmen kommen aus der Gummi- und Kunststoffindustrie, von den Gießereien, der Elektroindustrie und der Ernährungsindustrie.

In der Bauwirtschaft laufen die Geschäfte noch eher schleppend, aber es gibt hier vermehrt Signale für eine Wende zum Besseren. Im Handel ist die Konjunktur gespalten: Während der Absatz an Möbeln und Textilien noch stockt, hat sich die Nachfrage nach Lebensmitteln, Unterhaltungselektronik und Schuhen spürbar belebt. Giersch: „Im weiteren Verlauf des Jahres dürfte die Nachfrage in den binnenorientierten Branchen – also im Handel und bei den Dienstleistern – weiter anziehen.“

Arbeitskräfte werden immer knapper

Dank der guten Konjunktur wird die Beschäftigung im Sommer und Herbst weiter steigen und die Arbeitslosigkeit nochmals sinken. Viele Unternehmen berichten bereits, dass es zunehmend schwieriger wird, die benötigten Fachkräfte zu gewinnen. Das gilt nicht zuletzt auch für die Zeitarbeitsbranche, die zudem noch darunter leidet, dass die Kundenunternehmen immer mehr Zeitarbeiter abwerben und in Festanstellung übernehmen. Giersch: „Die gute Konjunktur lässt erahnen, was im Zuge des demografischen Wandels in den nächsten Jahren auf uns zukommt. Wenn wir verhindern wollen, dass die Demografie schon bald zur Wachstumsbremse wird, müssen wir rasch und energisch gegensteuern. Den Rahmen dazu sollte eine Allianz für Qualifizierung und Fachkräftesicherung bilden, in die sich neben der Landesregierung alle relevanten gesellschaftlichen Gruppen mit substantiellen Beiträgen einbringen.“