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Saarwirtschaft: Im Sog der Weltkonjunktur weiter aufwärts

Steuerbedingte Impulse im Handel, gedämpfte Entwicklung im Fahrzeugbau
IHK-Konjunkturumfrage Mai 2006
Die Stimmung in der Saarwirtschaft ist weiterhin gut. Die konjunkturellen Auftriebskräfte haben sich im Mai nochmals leicht verstärkt. Nach einem eher zögerlichen Jahresbeginn hat die Saarkonjunktur wieder an Fahrt gewonnen. Der IHK-Klimaindex, der die Einschätzungen der Unternehmen zur aktuellen Geschäftslage und ihrer Aussichten für die kommenden sechs Monate widerspiegelt, ist im Mai gegenüber dem Vormonat um vier Punkte auf 147 Zähler gestiegen. Besser eingeschätzt wird insbesondere die aktuelle Geschäftslage. Maßgeblich dafür ist die Entwicklung im Handel, der von einem lange aufgestauten Nachholbedarf sowie vorgezogenen Käufen im Vorfeld der Mehrwertsteuererhöhung profitiert. In der Industrie hat sich die Lage dagegen nur sehr geringfügig verbessert. Auffallend ist hier, dass die Aussichten für die kommenden Monate zurzeit deutlich skeptischer beurteilt werden als bisher. „Der hohe Ölpreis, die Dollarschwäche, die steigenden Zinsen und auch der relativ hohe Tarifabschluss in der Metall- und Elektroindustrie wirken sich hier dämpfend auf die Konjunkturdynamik aus. Betroffen ist vor allem der Fahrzeugbau, der das hohe Niveau des Vorjahres bisher noch nicht wieder erreicht hat. Hinzu kommt, dass sich in der Wirtschaft eine wachsende Enttäuschung über den Reformprozess auf Bundesebene breit macht. Aus der Sicht vieler Unternehmen geht es zu langsam voran – oder wie beim Antidiskriminierungsgesetz und der Mehrwertsteuererhöhung gar in die falsche Richtung. Das dämpft die Hoffnungen für 2007.“ So kommentiert IHK-Hauptgeschäftsführer Volker Giersch die Maiumfrage der IHK Saarland, an der sich 180 Unternehmen mit rund 110.000 Beschäftigten beteiligten.

Insgesamt bewerten derzeit 32 Prozent der befragten Unternehmen ihre Geschäftslage mit „gut“, 61 Prozent mit „befriedigend“ und sieben Prozent mit „schlecht“. Der IHK-Lageindikator (Saldo aus „Gut“- und „Schlecht“-Meldungen) hat sich damit gegenüber dem Vormonat um fünf Punkte auf über 24 Zähler verbessert. Das ist der höchste Stand seit dem Sommer 2004. Aufgehellt hat sich die Stimmung insbesondere im Handel: Namentlich Kaufhäuser und Fachmärkte berichten über eine wachsende Nachfrage – vor allem nach langlebigen Gebrauchsgütern. Die entscheidenden Impulse für die Konjunktur kommen aber weiterhin von der anhaltend lebhaften Weltkonjunktur. Exportorientierte Industriebranchen wie die Stahlindustrie, die Gießereien und der Maschinenbau melden weiterhin gute bis sehr gute Geschäfte. Auch die IT-Branche befindet sich weiter im Aufwind. Bedenklich stimmt dagegen, dass sich der Fahrzeugbau im laufenden Jahr deutlich schwächer entwickelt als im Vorjahr. Der Lageindikator für diese größte Industriebranche im Saarland liegt zurzeit um beachtliche 13 Punkte unter dem Vorjahreswert. Die Zahl der Arbeitsplätze ist binnen Jahresfrist um gut vier Prozent gesunken. Weiterhin schlecht laufen die Geschäfte im Druckgewerbe. Die Bauwirtschaft scheint die Talsohle dagegen durchschritten zu haben. Die Geschäftslage wird hier weit weniger schlecht beurteilt wie in den Vormonaten. In Teilbereichen zeichnen sich bereits deutliche Erholungstendenzen ab.

Mit Zuversicht in den Sommer

Insgesamt werden die Geschäftsaussichten für die kommenden Monate ähnlich eingeschätzt wie im Vormonat. Der IHK-Erwartungsindikator (Saldo aus „Besser“- und „Schlechter“-Meldungen) liegt weiterhin bei drei Punkten und damit nach wie vor unter dem Jahreshöchststand vom Februar. Innerhalb der Wirtschaft ist die Tendenz gespalten: Einer Eintrübung der Aussichten in der Industrie steht eine größere Zuversicht in den binnenorientierten Bereichen, insbesondere im Handel, gegenüber. Insgesamt rechnen 15 Prozent der Unternehmen mit besseren, 73 Prozent mit gleich bleibenden und zwölf Prozent mit schlechteren Geschäften.

Mit einer Belebung rechnen neben dem Handel auch die Medizin-, Mess- und Regeltechnik, die Banken, die Versicherungen und die Verkehrswirtschaft. Die IT-Branche, das Ernährungsgewerbe, die Gießereien und der Maschinenbau erwarten unveränderte bis leicht verbesserte Geschäfte. In der Stahlindustrie hält die gute Branchenkonjunktur weiter an. Dagegen deuten die Meldungen aus dem Fahrzeugbau, dem Metall- und Elektrogewerbe und den unternehmensnahen Dienstleistern auf eine eher verhaltene Entwicklung im zweiten Halbjahr. Giersch: „Die Saarwirtschaft bleibt zwar weiter auf Wachstumskurs. Allerdings ist noch keineswegs ausgemacht, dass unser Land die Wachstumsrate des Bundes erneut übertreffen wird. Entscheidend wird am Ende sein, ob der Fahrzeugbau in den nächsten Monaten wieder an Fahrt gewinnt und seine Rolle als Konjunkturmotor, die er in den letzten Jahren inne hatte, zurückerobert. Danach sieht es im Moment allerdings nicht gerade aus.“