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Saarwirtschaft: Weiter auf Wachstumskurs

Geschäftserwartungen nochmals verbessert
IHK-Konjunkturumfrage Februar 2006
Die Saarwirtschaft bleibt weiter auf Wachstumskurs. Das signalisieren die Geschäftserwartungen der Unternehmen für die nächsten Monate. Sie haben sich im Februar zum dritten Mal in Folge spürbar verbessert. Der IHK-Erwartungsindikator (Saldo aus „Besser“- und „Schlechter“-Meldungen) stieg um drei auf jetzt acht Punkte und liegt damit deutlich im positiven Bereich. Die aktuelle Geschäftslage der Unternehmen hat sich dagegen leicht verschlechtert. Mit 15 Punkten hat der IHK-Lageindikator für das Saarland aber immer noch einen höheren Wert als der vergleichbare Ifo-Indikator für Deutschland. „Der Aufschwung festigt sich. Neben dem Export, der Hauptmotor der Konjunktur bleibt, tritt jetzt als zweite Konjunkturstütze die Binnennachfrage nach Investitionsgütern. Der Investitionsstau, der sich in Deutschland in den vergangenen Jahren gebildet hat, beginnt sich aufzulösen. Beim privaten Verbrauch zeichnet sich dagegen noch keine durchgreifende Belebung ab.“ So kommentiert IHK-Hauptgeschäftsführer Volker Giersch die Februar-Umfrage der IHK Saarland, an der sich 180 Unternehmen mit rund 110.000 Beschäftigten beteiligten.

Insgesamt bewerten derzeit 26 Prozent der befragten Unternehmen ihre Geschäftslage mit „gut“, 63 Prozent mit „befriedigend“ und 11 Prozent mit „schlecht“. Begünstigt durch die robuste Weltkonjunktur erfreuen sich vor allem die exportorientierten Branchen guter Geschäfte. Dies gilt insbesondere für die Stahlindustrie, den Maschinenbau, die Gießereien, die Pharmabranche sowie die Medizin-, Mess- und Regeltechnik. Im Aufwind befinden sich auch die IT-Branche, die Versicherungen, die Banken und jetzt auch das Verkehrsgewerbe. Eine befriedigende Lage melden der Fahrzeugbau und die Metallindustrie. Im Handel bleibt die Lage gespalten. Während kosmetische und pharmazeutische Produkte gut im Markt liegen und auch bei Textilien eine leichte Aufwärtsbewegung zu spüren ist, hat der Facheinzelhandel mit Lebensmitteln weiter mit Umsatzeinbußen zu kämpfen. Weiterhin schlecht ist die Lage in der Bauwirtschaft.

Mit Schwung ins Frühjahr

Die Erwartungen der Unternehmen für die kommenden Monate signalisieren, dass die Saarwirtschaft auf einem Wachstumspfad von etwa zwei Prozent bleibt. Insgesamt rechnen 18 Prozent der befragten Unternehmen mit besseren, 71 Prozent mit gleich bleibenden und zehn Prozent mit schlechteren Geschäften. Giersch: „Nachdem das Saarland in den vergangenen beiden Jahren die Wachstumsrangliste der Bundesländer angeführt hat, verspricht auch 2006 wieder ein gutes Jahr für unser Land zu werden.“

Viel Dynamik im Export

Die entscheidenden Impulse für die Konjunktur kommen weiterhin vom Auslandsgeschäft. Nach der IHK Umfrage rechnen 26 Prozent der befragten Unternehmen mit steigenden, 69 Prozent mit gleich hohen und nur fünf Prozent mit fallenden Exporten. Vor allem im Stahlbau, im Fahrzeugbau, in der Metallindustrie und im Maschinenbau haben sich die Exportaussichten gegenüber dem Vorjahr weiter verbessert. „Die Exportwirtschaft profitiert von der starken Weltkonjunktur. Dazu trägt auch bei, dass ihre preisliche Wettbewerbsfähigkeit durch den schwächeren Euro zuletzt erneut gestiegen ist,“ so Giersch.

Wieder mehr Investitionen

Zuversichtlich stimmt auch, dass die Investitionsneigung der Unternehmen steigt. Insgesamt wollen in diesem Jahr 20 Prozent der Betriebe mehr, 64 Prozent gleich viel und 16 Prozent weniger investieren. Binnen Jahresfrist ist der Investitionssaldo damit von minus neun auf plus vier Punkte gestiegen. Die dominanten Investitionsmotive sind weiterhin Ersatz, Modernisierung und Qualitätssteigerung. Positiv ist aus IHK Sicht, dass die Investitionen der Unternehmen in die Entwicklung neuer Produkte und Verfahren weiter steigen. Der Anteil der Erweiterungsinvestitionen ist dagegen noch eher gering.

Arbeitsmarkt bleibt Sorgenkind

Eine Wende auf dem Arbeitsmarkt ist bislang noch nicht in Sicht. In der Industrie droht zunächst noch ein weiterer Abbau von Arbeitsplätzen. Hier sehen sich rund 38 Prozent der Unternehmen gezwungen, ihre Belegschaften weiter zu reduzieren. Nur knapp neun Prozent beabsichtigen, zusätzliches Personal einzustellen. Giersch: „In vielen Marktsegmenten – insbesondere auch bei den Zulieferbetrieben des Fahrzeug- und Maschinenbaus – müssen die Unternehmen Jahr für Jahr zum Teil deutliche Zugeständnisse bei den Preisen machen. Das zwingt dazu, alle Möglichkeiten der Produktivitätsverbesserung konsequent zu nutzen.“ Per Saldo positiv wird die Arbeitsplatzentwicklung bei den unternehmensorientierten Dienstleistern und in der IT-Branche verlaufen. Insgesamt mehren sich die Anzeichen, dass der Abbau von Arbeitsplätzen im weiteren Verlauf des Jahres zum Stillstand kommen wird. Mit Zuwächsen ist erst zu rechnen, wenn sich auch für 2007 eine stabile Wachstumsperspektive abzeichnet. „Dazu sind allerdings eine moderate Tarifpolitik und eine beherzte Reformpolitik nötig,“ so Giersch.