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DIHK veröffentlicht Impulspapier zur Wirtschaftssicherheit

Angesichts wachsender geopolitischer Spannungen und zunehmender wirtschaftlicher Einflussnahme durch Drittstaaten fordert die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) eine strategische Neuausrichtung der europäischen Wirtschaftssicherheit. In einem aktuellen Impulspapier skizziert die DIHK konkrete Maßnahmen für mehr Resilienz – ohne die Offenheit der Märkte zu gefährden. 

Am 28.04.2026 hat die DIHK das Papier zusammen mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie in Berlin vorgestellt. Im Zentrum der Empfehlungen steht eine klare Priorität: internationale, verlässliche und verbindliche Partnerschaften. Handelsabkommen und strategische Kooperationen gelten aus Sicht der Wirtschaft als entscheidend, um Lieferketten zu diversifizieren und Abhängigkeiten zu verringern – auch mit Blick auf die digitale Souveränität. Die EU sollte daher vereinbarte Abkommen zügig ratifizieren   und neue Partnerschaften aktiv vorantreiben. Gleichzeitig sieht die DIHK erheblichen Handlungsbedarf bei den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Europa. Bürokratie, hohe Energiekosten und langwierige Genehmigungsverfahren erschweren Investitionen und bremsen die notwendige Anpassung von Lieferketten. 

Viele Unternehmen arbeiten zwar an mehr Diversifizierung und Resilienz, stoßen dabei jedoch auf erhebliche Hürden: Laut einer DIHK-Erhebung berichten 85 Prozent von Herausforderungen, etwa bei der Suche nach neuen Lieferanten oder aufgrund hoher Kosten. Kritisch bewertet die DIHK staatlich gelenkte Eingriffe in wirtschaftliche Prozesse. Anpassungen von Lieferketten müssten generell unternehmerische Entscheidungen bleiben. Staatliche Maßnahmen sollten sich auf klar definierte Hochrisikobereiche konzentrieren und verhältnismäßig ausgestaltet werden. Auch zusätzliche Kontrollinstrumente wie ein umfassendes Outbound-Investment-Screening beim Export von Kapital sieht die DIHK skeptisch. Solche Maßnahmen würden unternehmerisches Handeln einschränken sowie erhebliche Bürokratie und Unsicherheit schaffen, ohne einen klaren Mehrwert für die Wirtschaftssicherheit zu bieten. 

Bestehende Instrumente wie Exportkontrollen und Investitionsprüfungen sollten stattdessen effizienter und transparenter angewendet werden. Zugleich gewinnt der Schutz vor wirtschaftlichem Zwang durch Drittstaaten an Bedeutung. Die DIHK unterstützt grundsätzlich ein wirksames Instrumentarium auf europäischer Ebene, mahnt jedoch zur Zurückhaltung bei dessen Einsatz.