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Arbeitslosigkeit auch im August weiter gestiegen

31.08.2022

Der erneute Anstieg der Arbeitslosigkeit im August lässt sich im Wesentlichen auf die gleichen Gründe zurückführen wie im Vormonat Juli: Eine saisonübliche Komponente, nämlich junge Menschen, die ihre Schule oder Berufsausbildung beendet haben und nun einen Ausbildungsplatz oder eine Anschlussbeschäftigung suchen sowie die ukrainischen Flüchtlinge, die sich weiterhin beim Jobcenter arbeitslos melden. In der Summe führt dies zu einem Anstieg der August-Arbeitslosigkeit, der zwar über dem langfristigen Durchschnitt liegt, aber für sich genommen keinen Anlass zur Besorgnis gibt. Gefahren für die Wirtschaft und damit auch für den Arbeitsmarkt drohen dagegen von den Auswirkungen des Ukraine-Krieges auf die Gasversorgung und den dramatisch gestiegenen Energiepreisen.

Aktuell sind hierzulande 34.295 Personen arbeitslos. Das sind 1.260 Arbeitslose mehr als im Juli aber immer noch rund 1.600 weniger als noch im August 2021. Die Zahl der Arbeitslosen liegt damit nach wie vor unter dem Vorjahreswert aber leider wieder über dem Vor-Corona-Niveau vom August 2019 mit damals 33.954 Arbeitslosen. Die Arbeitslosenquote stieg an der Saar auf aktuell 6,5 Prozent. Im August 2021 betrug sie noch 6,8 Prozent. Auch im Bund ist die Arbeitslosigkeit gestiegen. Die Quote erhöhte sich auf 5,6 Prozent und damit auf den gleichen Wert wie im August 2021.

Im Ranking der Bundesländer zeigt sich nach wie vor die relative Schwäche des Saar-Arbeitsmarktes. Gegenwärtig weisen nur sechs Länder eine höhere Arbeitslosenquote auf als das Saarland. Ein Blick auf den Spitzenreiter Bayern mit seiner Quote von 3,4 Prozent beweist, wie groß der Rückstand inzwischen ist. Schlusslicht im aktuellen Ländervergleich bleibt weiterhin Bremen mit 10,7 Prozent.

In den einzelnen Teilsegmenten des Arbeitsmarktes verlief die Entwicklung gegenüber dem Vormonat erneut mehr oder weniger gleichgerichtet. So stieg die Arbeitslosenquote der unter 25-Jährigen im Saarland von 4,6 auf 4,9 Prozent und im Bund von 4,8 auf 5,3 Prozent. Die Quote der 55 bis unter 65-Jährigen verharrte im Saarland bei 6,3 Prozent. Im Bund stieg sie von 5,6 auf 5,7 Prozent. Die Ausländerarbeitslosigkeit erhöhte sich hierzulande von 18,1 auf 19,5 Prozent und im Bund von 14,4 auf 15,2 Prozent. Das Gesamtbild veränderte sich damit nicht. Bis auf den Bereich der Jugendarbeitslosigkeit hinkt das Saarland dem Bund in den anderen Teilsegmenten des Arbeitsmarktes weiterhin mehr oder weniger deutlich hinterher.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer an der Saar blieb im Juni 2022 (neuere Daten liegen noch nicht vor) unverändert gegenüber dem Vormonat. Das entspricht durchaus dem üblichen jahreszeitlichen Verlauf. Das aktuelle Beschäftigungsniveau liegt mit 392.000 Stellen knapp über dem Vor-Corona-Niveau (Juni 2019: 391.368). Im Vergleich zum Juni 2021 hält der Erholungskurs der Beschäftigung mit einem Plus von 3.828 Stellen aber weiterhin an. Allerdings verläuft die Beschäftigungsentwicklung aufs Jahr gesehen im Bund (+1,9 Prozent) und in den meisten anderen Bundesländern nach wie vor erheblich besser. Denn an der Saar beträgt der Zuwachs nur plus ein Prozent und deshalb belegt das Saarland im aktuellen Ländervergleich auch nur den drittletzten Platz. Schlechter, wenn auch nicht viel, verläuft die Entwicklung nur noch in Sachsen-Anhalt und in Thüringen.

„Der abermalige Anstieg der Arbeitslosigkeit im August lässt sich erneut auf zwei Ursachen zurückführen. Einerseits melden sich weiterhin ukrainische Flüchtlinge in den Jobcentern arbeitslos. Andererseits junge Menschen, die ihre Schule oder Berufsausbildung beendet haben und nun eine Anschlussbeschäftigung suchen. Diese dürften nicht zuletzt wegen des unverändert hohen Fachkräftebedarfs der Betriebe rasch einen Ausbildungs- bzw. Arbeitsplatz finden. Mit Blick auf die kommenden Monate wächst jedoch die Sorge, dass die Auswirkungen des Ukraine-Krieges auf die Gasversorgung und die dramatisch gestiegenen Energiepreise zu einer Rezession führen werden. Die Politik muss daher jetzt schnell Kostenentlastungen für die Unternehmen schaffen, sonst drohen spätestens Anfang des kommenden Jahres Betriebsstilllegungen auf breiter Front.“ So kommentierte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Frank Thomé die heute (31. August) von der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit vorgelegten Arbeitsmarktzahlen.


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