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 Motiv: ©dusanpetkovic1  - stock.adobe.com

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30.01.2020

Saar-Arbeitsmarkt: Weitere Entwicklung mit Risiken behaftet


Im Januar ist die Arbeitslosigkeit an der Saar wie auch im Bund erneut gestiegen. Das ist der saisonübliche Verlauf um den Jahreswechsel herum. Infolge der schwachen Konjunktur und struktureller Probleme in Teilen der Saarindustrie verstärkt sich allerdings weiterhin der Druck auf den Saar-Arbeitsmarkt. Bereits zum neunten Mal in Folge ist deshalb an der Saar ein Anstieg der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr feststellbar, im Bund erst zweimal.

Aktuell sind an der Saar 35.196 Menschen arbeitslos. Das sind 2.200 Personen mehr als im letzten Dezember und 2.214 Arbeitslose mehr als im Januar 2019. Die Arbeitslosenquote stieg auf 6,6 Prozent, im Januar 2019 betrug sie noch 6,2 Prozent. Im Bund stieg die Quote auf 5,3 Prozent (Januar 2019 ebenfalls 5,3 Prozent). Auch das ist ein deutliches Signal für ein Zurückfallen des Saar-Arbeitsmarktes gegenüber dem Bund. Die Schwächetendenzen zeigen sich auch im Ranking der Bundesländer. Unverändert weisen nur noch fünf Länder eine höhere Arbeitslosenquote auf als das Saarland. Ein Blick auf den Spitzenreiter Bayern mit seiner Quote von 3,3 Prozent beweist, wie groß der Abstand inzwischen ist. Schlusslicht im aktuellen Ländervergleich bleibt weiterhin Bremen mit 10,3 Prozent.

In den einzelnen Teilsegmenten des Arbeitsmarktes verlief die Entwicklung an der Saar und im Bund diesmal gleichgerichtet – überall stieg sie an. Im Saarland kletterte die Arbeitslosenquote der unter 25-Jährigen von 4,8 auf 5,3 Prozent. Im Bund von 4,1 auf 4,5 Prozent. Die gleiche Entwicklung zeigte sich bei der Arbeitslosigkeit älterer Menschen. Die Quote der 55 bis unter 65-Jährigen stieg hierzulande von 5,8 auf 6,2 Prozent, deutschlandweit von 5,3 auf 5,8 Prozent. Ebenfalls wieder zugenommen hat die Ausländerarbeitslosigkeit. Im Saarland stieg die Quote arbeitsloser Ausländer erneut kräftig von 18,4 auf 19,8 Prozent, im Bund etwas schwächer von 12,1 auf 13,2 Prozent. Das Gesamtbild bleibt damit unverändert: In allen drei Teilsegmenten des Arbeitsmarktes hinkt das Saarland dem Bund mehr oder weniger deutlich hinterher.

Das Beschäftigungsniveau hat sich im November (neuere Zahlen liegen noch nicht vor) bundesweit wie auch an der Saar nahezu nicht verändert. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten bleibt zwar weiterhin auf einem hohen Niveau, dennoch ist auch hier eine Trendwende in der Entwicklung erkennbar. Seit Mitte letzten Jahres ist beim Beschäftigungsaufbau eine deutliche Abschwächung feststellbar. Und wie der der Arbeitslosigkeit ist das Saarland davon erneut stärker betroffen als der Bund insgesamt. Mit einem Beschäftigungszuwachs von nur noch 0,2 Prozent gegenüber November 2018 liegt das Saarland auf dem drittletzten Platz im Vorjahresvergleich der Länder – knapp vor Sachsen-Anhalt und Thüringen. Im Bund steht im gleichen Zeitraum immerhin noch ein Beschäftigungszuwachs von 1,4 Prozent zu Buche. Die Bremsspuren der wirtschaftlichen Entwicklung an der Saar sind also auch bei der Beschäftigung inzwischen deutlich feststellbar.

„Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Januar überrascht nicht. Er entspricht vielmehr dem jahreszeitlich üblichen Verlauf. Anders als in den letzten Jahren wird die Entwicklung aber inzwischen maßgeblich von der konjunkturellen Schwäche und den strukturellen Problemen in Teilen der Saarindustrie bestimmt. Darauf deuten insbesondere die sinkende Beschäftigung in der Industrie sowie die höhere Zahl an Arbeitslosen und der Rückgang bei den offenen Stellen gegenüber dem Vorjahr hin. Die weitere Entwicklung des Saar-Arbeitsmarktes bleibt daher mit erheblichen Risiken behaftet.“ So kommentierte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Heino Klingen die heute (30. Januar) von der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit vorgelegten Arbeitsmarktzahlen.


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