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 Motiv: ©dusanpetkovic1  - stock.adobe.com

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31.03.2020

Saar-Arbeitsmarkt: Corona-Krise noch nicht eingepreist


Im März ist die Arbeitslosigkeit an der Saar wie auch im Bund gesunken. Das entspricht dem langjährigen saisonalen Verlauf und signalisiert üblicherweise den Beginn des Frühjahrsaufschwungs. Wegen der Corona-Pandemie und der mit den Gegenmaßnahmen verbundenen Einschränkungen der wirtschaftlichen Aktivitäten ist in diesem Jahr dagegen mit einem drastischen Einbruch der Wirtschaftsleistung zu rechnen. Die Arbeitslosenzahlen für den März beinhalten entsprechende Effekte wegen ihres Stichtagsbezuges bei der Erhebung (12. März) jedoch noch nicht. Bereits deutlich angestiegen sind allerdings in den letzten beiden Wochen die Anzeigen zur Kurzarbeit. Dessen ungeachtet hat sich der Druck auf den Saar-Arbeitsmarkt auch ohne die Corona-Auswirkungen weiter verstärkt. Die Aufnahmefähigkeit des Arbeitsmarktes ist infolge der schwachen Konjunktur und struktureller Probleme in Teilen der Saarindustrie weiter gesunken. Bereits zum elften Mal in Folge ist daher hierzulande ein Anstieg der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr feststellbar, im Bund erst viermal.

Aktuell sind an der Saar 34.382 Menschen arbeitslos. Das sind 562 Personen weniger als im Februar aber 2.288 Arbeitslose mehr als im März 2019. Die Arbeitslosenquote sank auf 6,4 Prozent, im März 2019 betrug sie noch 6,0 Prozent. Im Bund sank die Quote auf 5,1 Prozent (März 2019 ebenfalls 5,1 Prozent). Die relative Schwäche des Saar-Arbeitsmarktes zeigt sich auch im Ranking der Bundesländer. Unverändert weisen nur noch fünf Länder eine höhere Arbeitslosenquote auf als das Saarland. Ein Blick auf den Spitzenreiter Bayern mit seiner Quote von 3,1 Prozent beweist, wie groß der Abstand inzwischen ist. Schlusslicht im aktuellen Ländervergleich bleibt weiterhin Bremen mit zehn Prozent.

In den einzelnen Teilsegmenten des Arbeitsmarktes verlief die Entwicklung wieder einmal uneinheitlich. So verharrte die Arbeitslosenquote der unter 25-Jährigen im Saarland bei 5,4 Prozent. Deutschlandweit sank sie leicht von 4,6 auf 4,5 Prozent. Anders das Bild bei der Arbeitslosigkeit älterer Menschen. Die Quote der 55 bis unter 65-Jährigen sank hierzulande von 6,2 auf jetzt sechs Prozent, im Bund etwas schwächer von 5,7 auf 5,6 Prozent. Hier konnte das Saarland also wieder etwas Boden gegenüber dem Bund gutmachen. Im Gleichschritt verlief diesmal die Entwicklung der Ausländerarbeitslosigkeit. Die Quote arbeitsloser Ausländer an der Saar sank von 19,8 auf 19,6 Prozent verharrte und im Bund von 13,0 auf 12,8 Prozent. Am Gesamtbild ändert sich aber letztlich nichts: In allen drei Teilsegmenten des Arbeitsmarktes hinkt das Saarland dem Bund mehr oder weniger deutlich hinterher.

Die Beschäftigung ist im Januar (neuere Zahlen liegen noch nicht vor) bundesweit wie auch an der Saar weiter gesunken. Das entspricht aber dem üblichen Verlauf in den Wintermonaten am Jahresende bzw. -anfang. Zwar bleibt die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten hierzulande mit 393.100 Personen weiterhin auf einem hohen Niveau, dennoch ist die Trendwende in der Beschäftigungsentwicklung unverkennbar. Seit Mitte letzten Jahres ist eine deutliche Abschwächung feststellbar. Und wie bei der Arbeitslosigkeit ist das Saarland davon erneut stärker betroffen als der Bund insgesamt. Mit einem Beschäftigungszuwachs von nur noch 0,5 Prozent gegenüber Januar 2019 liegt das Saarland auf dem viertletzten Platz im Vorjahresvergleich der Länder. Schlechter verlief die Entwicklung nur noch in Bremen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Mit einem Plus von 1,3 Prozent steht im Bund dagegen immer noch ein mehr als doppelt so starker Beschäftigungszuwachs zu Buche. Die Bremsspuren der wirtschaftlichen Entwicklung an der Saar sind also auch bei der Beschäftigung deutlich feststellbar.

„Der Rückgang der Arbeitslosigkeit im März entspricht dem saisonüblichen Verlauf. Da die Arbeitsmarktdaten allerdings nur die Entwicklung bis zur Mitte des Monats berücksichtigen, spiegelt sich die Corona-Krise noch nicht in den aktuellen Zahlen wider. Doch mit Blick auf den weitgehenden Shutdown in vielen Wirtschaftsbereichen und die daraus resultierenden Belastungen für die Unternehmen erwarten wir deutliche Personalanpassungen der Betriebe im Laufe der nächsten Monate. Daher dürfte es in diesem Jahr zu einem spürbaren Anstieg der Arbeitslosigkeit und zu einem signifikanten Rückgang des Beschäftigungsvolumens kommen.“ So kommentierte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Heino Klingen die heute (31. März) von der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit vorgelegten Arbeitsmarktzahlen.

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