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31.07.2026

Saar-Arbeitsmarkt: Druck steigt weiter

Der Druck auf den saarländischen Arbeitsmarkt steigt. Nach dem leichten Rückgang im Vormonat ist die Arbeitslosigkeit im Juli wieder gestiegen. Deutlich sogar, denn die üblichen saisonalen Effekte wie etwa die Ferienzeit und die größere Zahl junger Menschen, die sich nach abgeschlossener Ausbildung zunächst arbeitslos melden, werden durch die strukturellen Probleme der Saarwirtschaft und externe Schocks wie der weiterhin unklaren Lage am Golf zusätzlich verstärkt. Zudem belasten hohe Energie- und Arbeitskosten und eine ausufernde Bürokratie weiterhin die Unternehmen in ihrer gesamten Breite und verringern ihre Investitionsneigung und in der Folge ihre Einstellungsbereitschaft. Im Gegenteil, die Personalanpassungen insbesondere im Verarbeitenden Gewerbe schreiten weiter voran. Die Arbeitslosenquote stieg an der Saar auf 7,6 Prozent und im Bund auf 6,4 Prozent. Aktuell sind hierzulande 40.121 Menschen arbeitslos. Das sind 1.286 Arbeitslose mehr als im Juni und 53 weniger als im Juli 2025.

Auch im Ranking der Bundesländer zeigt sich unverändert die relative Schwäche des Saar-Arbeitsmarktes. Nach wie vor weisen nur sechs Länder eine höhere Arbeitslosenquote auf als das Saarland. Ein Blick auf den Spitzenreiter Bayern mit seiner aktuellen Quote von 4,1 Prozent belegt, wie groß der Rückstand ist. Schlusslicht im Ländervergleich bleibt unverändert Bremen mit aktuell 11,4 Prozent.

In den einzelnen Teilsegmenten des Arbeitsmarktes verlief die Entwicklung im Juli relativ gleichgerichtet, aber unterschiedlich im Ausmaß. So stieg die Arbeitslosenquote der unter 25-Jährigen kräftig. Hierzulande von 6,4 auf 7,0 Prozent und im Bund von 5,6 auf 6,2 Prozent. Deutlich schwächer war dagegen der Anstieg bei den 55 bis unter 65-Jährigen. Im Saarland stieg die Quote nur minimal von 7,4 auf 7,5 Prozent. Im Bund hingegen zeigte sich gar keine Veränderung, die Quote liegt unverändert bei 6,5 Prozent. Leicht gestiegen ist auch die Ausländerarbeitslosigkeit: an der Saar von 18,3 auf 18,7 Prozent und im Bund von 13,5 auf 13,6 Prozent. Ausländer stellen im Land 35,4 und im Bund 34,9 Prozent aller Arbeitslosen (registriert nach § 16 SGB III). Insgesamt gesehen hinkt das Saarland dem Bund in allen Teilsegmenten des Arbeitsmarktes weiterhin mehr oder weniger deutlich hinterher.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten an der Saar ist im Mai gegenüber April (neuere Daten liegen noch nicht vor) erneut gesunken (-300 Stellen). Mit 384.500 Stellen verzeichnet das derzeitige Beschäftigungsniveau auch wieder ein deutliches Minus gegenüber dem Vorjahresmonat: -3,466 Stellen. Das entspricht einem Beschäftigungsverlust von 0,9 Prozent im Vergleich zum Mai 2025. Seit mehr als zwei Jahren sinkt die Beschäftigung an der Saar nunmehr kontinuierlich. Der Beschäftigungsaufwuchs, der im langjährigen Mittel im Saarland immer noch +0,2 Prozent beträgt, verkehrt sich als Folge der strukturellen Probleme des Landes sowie des unsicheren weltwirtschaftlichen Umfelds mehr und mehr in sein Gegenteil.

Im aktuellen Länderranking der Beschäftigungsentwicklung liegen das Saarland mit -0,9 Prozent (gegenüber Vorjahresmonat) erneut auf dem drittletzten Platz vor Sachsen und Thüringen In 12 von 16 Bundesländern ist die Beschäftigung inzwischen rückläufig, in einem Bundesland (Hessen) stagniert sie. Lediglich in Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein steigt sie noch. Dies erklärt dann auch, dass im Bund insgesamt die Beschäftigung inzwischen sinkt (-0,2 Prozent) und damit deutlich unter dem langjährigen Bundesschnitt von +1,0 Prozent liegt.

„Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Juli kommt nicht überraschend. Er entspricht zwar dem saisonüblichen Verlauf, zumal die Sommerferien in diesem Jahr vollständig in den Juli fallen. Besorgniserregend ist jedoch, dass die Zahl der Arbeitslosen erneut die Marke von 40.000 überschritten hat und die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung – insbesondere in der Industrie – weiter zurückgeht. Das zeigt: Der Druck auf den saarländischen Arbeitsmarkt nimmt weiter zu und die wirtschaftliche Erholung bleibt fragil. Zwar enthält das Reformpaket der Bundesregierung einige richtige und längst überfällige Ansätze. Gleichzeitig stehen die Unternehmen aber weiterhin unter einem erheblichen Kosten- und Wettbewerbsdruck. Ohne konsequente Strukturreformen wird es nicht gelingen, Beschäftigung nachhaltig zu sichern und neue Arbeitsplätze zu schaffen. Dazu gehören mehr Flexibilität bei der Arbeitszeit, spürbare Entlastungen bei Steuern, Abgaben und Energiekosten sowie ein entschlossener Bürokratieabbau. Kritisch sehen wir auch die geplante Abschaffung der Minijobs. Gerade im Handel, im Gastgewerbe und in vielen Dienstleistungsbereichen sind sie ein wichtiges Instrument, um Personal flexibel einzusetzen. Ihr Wegfall würde diese Branchen zusätzlich belasten, ohne dass daraus ein erkennbarer Mehrwert für den Arbeitsmarkt entsteht. Hier besteht aus Sicht der Wirtschaft dringender Korrekturbedarf.“ So kommentierte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Frank Thomé die heute (31. Juli) von der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit vorgelegten Arbeitsmarktzahlen.

Grafik: Arbeitsmarktentwicklung im Saarland




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Porträt Uwe Rentmeister (jpg) | Motiv Porträt Uwe Rentmeister (jpg) | Mai 2014

Geschäftsbereich: Wirtschaftspolitik und Unternehmensförderung | Funktion: Leiter Standortpolitik

Dr. Uwe Rentmeister

Energiepolitik und Energieeffizienz, Umweltpakt Saar, Arbeitsmarkt, Unternehmensnahe Dienstleistungen, Demografischer Wandel

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