Offizielle Internetpräsentation der IHK Saarland



 Motiv: © Sergey Nvns - Fotolia.com

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Kennzahl: 17.8714
01.06.2012

Chefsache Innovation

Kolumne
Von IHK-Vizepräsident David Zimmer


Die neue Regierung ist schneller und problemloser gestartet, als manche ihr das zugetraut hätten. Sie hat sich ein strammes Arbeitsprogramm vorgenommen, das sich nicht im Sparen erschöpft, sondern viele wichtige und richtige Akzente für die Zukunft setzt. Dazu gehört auch, dass sich die Ministerpräsidentin entschieden hat, die Themen Saarland-Marketing und Innovation zur Chefsache zu machen. Das zeigt vor allem, dass die neue Landesregierung diesen Themen ihre besondere Aufmerksamkeit widmen möchte: Das ist gut so. Denn es betont den hohen Stellenwert dieser Aufgaben.

Bessere Rahmenbedingungen für Innovationen zu schaffen – dieses Ziel hat sich die Landesregierung mit mindestens fünf konkreten Maßnahmen vorgenommen:
  • mit der stärkeren Ausrichtung von Lehre und Forschung an den Belangen der heimischen Wirtschaft, insbesondere der Stärkung der Ingenieurausbildung
  • mit dem Werben um die besten Köpfe auch außerhalb des Landes im Rahmen eines kontinuierlichen Saarland-Marketings
  • mit dem beschleunigten Ausbau von Breitbandnetzen auch im ländlichen Raum und schließlich
  • mit der Stärkung und dem Ausbau der ZPT zu einem Zentrum für Wirtschaftsförderung, Innovation und Standortmarketing.
In der Summe sind diese Maßnahmen ein wichtiger Schritt, unserem Land und unseren Unternehmen die Innovationsfähigkeit auch in Zeiten des demographischen Wandels langfristig zu erhalten. Gerade weil die Zahl der jungen Menschen in den nächsten Jahren deutlich zurückgeht und ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung schrumpft, müssen wir die verbleibenden bestmöglich ausbilden. Und zwar nach Möglichkeit in den Disziplinen, die jetzt und künftig besonders gefragt sind. Dabei spielt das Lehrangebot an unseren Hochschulen eine wichtige Rolle.

Wenn die so Ausgebildeten auch im Saarland bleiben sollen, müssen nicht nur die passenden Arbeitsplätze vorhanden sein. Auch die Lebensqualität und das „Klima“ für junge Leistungsträger müssen stimmen. Ein Klima, das junge, qualifizierte Menschen anzieht – dazu gehören vor allem Selbstbewusstsein und Aufbruchstimmung. Beides wird ein Saarland-Marketing vermitteln müssen, das junge Menschen anspricht. Ich würde mir deshalb wünschen, dass sich an der Kommunikation der Botschaften nach außen möglichst viele junge Menschen beteiligen –auch junge Unternehmer. Gerade das Internet und die sozialen Netzwerke bieten die Chance, unsere Botschaften effektiv, preiswert und zielgruppengenau zu verbreiten. Diese Chancen müssen wir nutzen!

Dazu gehören natürlich auch die notwendigen infrastrukturellen Voraussetzungen im eigenen Land. Leistungsfähige Kommunikationswege und ein schnelles Internet, auch jenseits der Ballungszentren, sind entscheidende Voraussetzungen für einen modernen Wirtschaftsstandort. Sie sind aber auch prägend für die Lebensqualität und ein innovatives Image unserer Region. Es ist deshalb gut, wenn das Saarland künftig beim Thema Breitbandausbau etwas mehr Tempo an den Tag legen will. Gut ist auch, dass die Innovations- und Wirtschaftsförderung gestärkt und im Konsens und mit Beteiligung der Wirtschaftsorganisationen weiterentwickelt werden soll. Deshalb wird sich die IHK daran auch finanziell stark engagieren.

Ein gutes Innovationsklima entsteht erst aus der Summe vieler Einzelbausteine: Gut ausgebildete, engagierte und motivierte Entwickler, mutige Unternehmer, gute und verlässliche politische Rahmenbedingungen, eine wirtschafts- und innovationsfreundliche Verwaltung, ein zur Region passendes Forschungsumfeld, eine Willkommenskultur für die klügsten Köpfe, Lotsen und Netzwerker, die Wege ebenen und Verbindungen knüpfen, eine Gesellschaft von Bürgern, die offen sind für Neues und bereit, sich für Ihr Land zu engagieren. Vieles davon haben wir schon im Saarland. Einiges wird jetzt auf den Weg gebracht. Ich hoffe, dass in Zukunft möglichst viele Saarländer das Thema Innovation für sich zur Chefsache machen. Innovationen beginnen schließlich im Kopf.