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Kein Frühjahrsaufschwung am Saar-Arbeitsmarkt
30.04.2026
Die Arbeitslosigkeit ist im April entgegen dem langjährigen saisonalen Verlauf leicht gestiegen. Ein Frühjahrsaufschwung ist damit nach wie vor nicht in Sicht. Ursächlich dafür sind die vom Iran-Krieg ausgelösten weltwirtschaftlichen Turbulenzen sowie die anhaltenden strukturellen Belastungen der Wirtschaft. Die Saar-Arbeitslosenquote stieg von 7,4 auf 7,5 Prozent. Im Bund verharrte sie trotz leicht gesunkener Arbeitslosenzahl bei 6,4 Prozent. Aktuell sind hierzulande 39.583 Menschen arbeitslos. Das sind 329 Arbeitslose mehr als im März und 31 mehr als im April 2025. Während im ersten drei Quartal des Jahres die Zahl der Arbeitslosen im Saarland jeweils unter dem Niveau des Vorjahresmonats lag, zeigt sich damit jetzt wieder das Bild der vergangenen drei Jahre. Denn neben den externen Schocks hat sich an den strukturellen Rahmenbedingungen bislang wenig geändert: steigende Energiekosten, hohe Abgaben und ausufernde Bürokratie belasten die Unternehmen weiterhin in ihrer gesamten Breite und die Personalanpassungen insbesondere im Verarbeitenden Gewerbe schreiten weiter voran.
Auch im Ranking der Bundesländer zeigt sich unverändert die relative Schwäche des Saar-Arbeitsmarktes. Nach wie vor weisen nur sechs Länder eine höhere Arbeitslosenquote auf als das Saarland. Ein Blick auf den Spitzenreiter Bayern mit seiner aktuellen Quote von 4,1 Prozent belegt, wie groß der Rückstand ist. Schlusslicht im Ländervergleich bleibt Bremen mit aktuell 11,5 Prozent.
In den einzelnen Teilsegmenten des Arbeitsmarktes verlief die Entwicklung im April erneut uneinheitlich. So sank die Arbeitslosenquote der unter 25-Jährigen hierzulande von 6,6 auf 6,4 Prozent und im Bund von 6,0 auf 5,8 Prozent. Dagegen stieg die Quote der 55 bis unter 65-Jährigen im Saarland von 7,4 auf 7,5 Prozent, im Bund hingegen sank sie erneut leicht von 6,7 auf 6,6 Prozent. Verbessert hat sich im Bund erneut auch die Ausländerarbeitslosigkeit: von 14,7 auf 14,5 Prozent. An der Saar stagniert sie weiter bei 19,9 Prozent. Ausländer stellen im Land 36,0 und im Bund 35,8 Prozent aller Arbeitslosen (registriert nach § 16 SGB III). Insgesamt gesehen hinkt das Saarland dem Bund in allen Teilsegmenten des Arbeitsmarktes weiterhin mehr oder weniger deutlich hinterher.
Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten an der Saar ist im Februar gegenüber Januar (neuere Daten liegen noch nicht vor) leicht gestiegen (+1.100 Stellen). Mit 386.400 Stellen verzeichnet das derzeitige Beschäftigungsniveau allerdings wieder ein deutliches Minus gegenüber dem Vorjahresmonat: -5.382 Stellen. Das entspricht einem Beschäftigungsverlust von 1,3 Prozent im Vergleich zum Februar 2025. Seit mehr als zwei Jahren sinkt die Beschäftigung an der Saar kontinuierlich. Der Beschäftigungsaufwuchs, der im langjährigen Mittel im Saarland immer noch +0,2 Prozent beträgt, verkehrt sich als Folge der strukturellen Probleme des Landes sowie des unsicheren weltwirtschaftlichen Umfelds nach und nach in sein Gegenteil.
Im aktuellen Länderranking der Beschäftigungsentwicklung liegen das Saarland mit -1,3 Prozent (gegenüber Vorjahresmonat) diesmal auf dem letzten Platz. In allen Bundesländern bis auf Hamburg und Niedersachsen ist die Beschäftigung inzwischen rückläufig. Dies erklärt dann auch, dass im Bund insgesamt die Beschäftigung inzwischen sinkt (-0,3 Prozent) und damit deutlich unter dem langjährigen Bundesschnitt von +1,1 Prozent liegt.
„Der Frühjahrsaufschwung fällt in diesem Jahr aus. Statt der üblichen Belebung ist die Arbeitslosigkeit im April sogar leicht gestiegen – eine Entwicklung, die wir zuletzt im Corona-Jahr 2020 gesehen haben. Das ist ein klares Warnsignal. Die Gründe sind offensichtlich: Der Iran-Krieg verunsichert die Weltwirtschaft massiv. Gleichzeitig bleiben zentrale strukturelle Probleme am Standort Saarland ungelöst. Diese Doppelbelastung trifft den Arbeitsmarkt mit voller Wucht. Unternehmen reagieren entsprechend vorsichtig, stellen weniger ein – und im Verarbeitenden Gewerbe setzt sich sogar der Stellenabbau unvermindert fort. Die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen verschärfen die Lage zusätzlich: Hohe Energiepreise, steigende Arbeitskosten und überbordende Bürokratie bremsen Investitionen und Beschäftigung gleichermaßen. So kann kein Aufschwung entstehen. Was es jetzt braucht, ist ein klarer Kurswechsel. Die Bundesregierung muss die Wachstumskräfte entschlossen freisetzen – mit einer mutigen Reformagenda, die Kosten senkt, Verfahren beschleunigt und Investitionen wieder attraktiv macht. Denn nur wenn Unternehmen wieder Vertrauen fassen und Spielräume für Wachstum zurückgewinnen, entstehen neue Arbeitsplätze. Voraussetzung für Beschäftigung ist Wachstum.“ So kommentierte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Frank Thomé die heute (30. April) von der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit vorgelegten Arbeitsmarktzahlen.