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Mittelstandsfinanzierung als Jobmotor

Von IHK-Vizepräsident Thomas Christian Buchbinder
Kolumne

01.09.2011

Die aktuelle Diskussion in den Medien wird häufig dominiert von der Unsicherheit an den Finanzmärkten. In der Realwirtschaft jedoch scheinen die Wachstumsimpulse nach wie vor intakt, gerade auch in Europa, in Deutschland und in unserer Region. Die Saarwirtschaft wird in diesem Jahr – vor allem dank ihrer guten Industriekonjunktur – voraussichtlich erneut etwas stärker wachsen als die bundesdeutsche Wirtschaft.

Damit dies so bleibt, will und wird sich die Kreditwirtschaft einsetzen – über die Finanzierung der Unternehmen. Dabei bleibt der klassische Investitionskredit in seinen unterschiedlichen Facetten das wichtigste Finanzierungsinstrument, gerade für die zentrale Gruppe in unserer Wirtschaft: den Mittelstand. Er erbringt einen großen Teil der wirtschaftlichen Wertschöpfung und beschäftigt fast 80 Prozent der Arbeitnehmer. Die Mittelständler sind damit gewissermaßen „Jobmotor“. Nach der letzten Diagnose Mittelstand des DSGV rechneten fast 60 Prozent der befragten Sparkassen-Experten für 2011 mit einem Anstieg der Arbeitsplätze in den mittelständischen Unternehmen in ihrer Region.

Gleichzeitig ist es kein Geheimnis, dass auch die Kreditwirtschaft vor großen Herausforderungen steht, Stichwort: Basel III und weitere einengende Regulierungsmaßnahmen. Kritiker befürchten teilweise zu Recht, hiermit könnte die gerade in Deutschland auf Langfristigkeit und Stabilität angelegte Kreditkultur gefährdet werden. Die Politik ist deutlich gefordert, für verlässliche nationale Rahmenbedingungen zu sorgen, um das bewährte deutsche dreigliedrige Bankensystem zu erhalten. Insbesondere gilt es für Übergangsregelungen in nationales Recht, Bestands- und Vertrauensschutz einzutreten.

Doch darüber hinaus stellt sich die Frage, welche Rahmenbedingungen die Finanzierung des Mittelstandes grundsätzlich braucht. Wichtig: Wer etwas finanziert, muss den Kunden und sein Geschäft verstehen. Womit nicht gemeint ist, dass Banker zu Ingenieuren etc. werden müssen. Dies bedeutet aber durchaus, dass die finanzierenden Institute die Nähe zur Realwirtschaft in der Region haben und ihre Unternehmen sehr gut kennen sollten. Mindestens genauso kommt es darauf an, dass Kreditinstitute und die Unternehmen langfristige Partnerschaften anstreben, so wie es das bewährte Prinzip der Hausbank-Beziehung verkörpert.

Unternehmen sollten dabei ein Verständnis dafür bekommen, vor welchem Hintergrund Finanzierungsentscheidungen getroffen werden. Eines ist klar: Ohne eine valide Zahlen- und Bewertungsbasis kann dies nicht funktionieren. Doch neben den „nackten Zahlen“ kommt es auf die persönliche Bonität an und darauf, dass sich die handelnden Personen in Kredit- und Realwirtschaft regelmäßig miteinander austauschen und so Vertrauen zueinander entwickeln. Kurz gesagt: Das Geheimnis liegt nicht allein in den Zahlen, sondern auch in der Kommunikation. Dafür gibt es neben Eins- zu Eins-Gesprächen einen hervorragenden Ort: die IHK.