Aktuelles

Kennzahl: 17.18748

Saar-Arbeitsmarkt weiter unter Druck

Im Dezember ist die Arbeitslosigkeit an der Saar etwas gestiegen.

30.01.2026

Im Januar ist die Arbeitslosigkeit an der Saar zwar erwartungsgemäß kräftig gestiegen, in diesem Jahr allerdings schwächer als im langjährigen Durchschnitt. Dennoch stieg die Arbeitslosenquote von 7,2 auf 7,5 Prozent (im Bund von 6,2 auf 6,6 Prozent.) Aktuell sind hierzulande 39.783 Menschen arbeitslos. Das sind 1.625 Arbeitslose mehr als noch im Dezember aber 19 weniger als im Januar 2025. Erstmals seit 39 Monaten liegt die Zahl der Arbeitslosen im Saarland damit nicht über dem Niveau des Vorjahresmonats. Dennoch kann für den Arbeitsmarkt keine Entwarnung gegeben werden, da sich etwa die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen insgesamt zuletzt weiter abgeschwächt hat und die Personalanpassungen insbesondere im Verarbeitenden Gewerbe weiter vonstattengehen.

Auch im Ranking der Bundesländer zeigt sich weiterhin die relative Schwäche des Saar-Arbeitsmarktes. Nur sechs Länder wiesen wie gehabt eine höhere Arbeitslosenquote auf als das Saarland. Ein Blick auf den Spitzenreiter Bayern mit seiner aktuellen Quote von 4,4 Prozent belegt, wie groß der Rückstand inzwischen ist. Schlusslicht im Ländervergleich bleibt nach wie vor Bremen mit aktuell 11,7 Prozent.

In den einzelnen Teilsegmenten des Arbeitsmarktes verlief die Entwicklung auch diesmal wieder gleichgerichtet, allerdings in unterschiedlicher Stärke. So stieg im Januar die Arbeitslosenquote der unter 25-Jährigen im Saarland von 6,1 auf 6,3 Prozent und im Bund von 5,5 auf 5,8 Prozent. Die Quote der 55 bis unter 65-Jährigen verschlechterte sich im Saarland von 7,2 auf 7,5 und im Bund von 6,4 auf 6,8 Prozent. Diese beiden Segmente des Arbeitsmarktes haben damit nach Monaten der Stagnation wieder mit einem höheren Zustrom an Arbeitslosen zu kämpfen. Noch schlechter sieht es bei der Ausländerarbeitslosigkeit aus. An der Saar stieg die Quote arbeitsloser Ausländer kräftig von 19,3 auf 20,3 Prozent. Im Bund hingegen „nur“ von 14,2 auf 15,0 Prozent. Insgesamt stellen Ausländer im Land 36,6 und im Bund 36,1 Prozent aller Arbeitslosen (registriert nach § 16 SGB III). Insgesamt gesehen hinkt das Saarland dem Bund in allen Teilsegmenten des Arbeitsmarktes weiterhin mehr oder weniger deutlich hinterher.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten an der Saar ist im November gegenüber Oktober (neuere Daten liegen noch nicht vor) leicht gesunken (-500 Stellen). Mit 390.400 Stellen verzeichnet das derzeitige Beschäftigungsniveau zudem wieder ein deutliches Minus gegenüber dem Vorjahresmonat: -2.962 Stellen. Das entspricht einem Beschäftigungsverlust von -0,8 Prozent im Vergleich zum November 2024. Das ist nunmehr bereits der 22. Rückgang in Folge und es steht zu befürchten, dass sich die Phase negativer Beschäftigungsentwicklung, die hierzulande bereits Anfang 2024 begann, weiter fortsetzen wird. Der Beschäftigungsaufwuchs, der im langjährigen Mittel im Saarland immer noch +0,2 Prozent beträgt, verkehrt sich als Folge der Rezession nach und nach in sein Gegenteil.

Im aktuellen Länderranking der Beschäftigungsentwicklung liegt das Saarland mit -0,8 Prozent (gegenüber Vorjahresmonat) auf dem viertletzten Platz. Schlechter schneiden aktuell nur Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt ab. Rückläufig war die Beschäftigung außerdem noch in Berlin sowie in Mecklenburg-Vorpommern und sogar in Baden-Württemberg und Bayern. Damit verliert mittlerweile die Hälfte der Bundesländer Arbeitsplätze und das erklärt auch, dass im Bund insgesamt die Beschäftigung leicht zu sinken begonnen hat und mit einer „roten Null“ inzwischen weit unter dem langjährigen Bundesschnitt von +1,2 Prozent liegt.

„Der jahresübliche Anstieg der Arbeitslosigkeit ist im Januar zwar etwas geringer ausgefallen als in den Vorjahren – Entwarnung ist das jedoch keineswegs. Im Gegenteil: Der Stellenabbau im Saarland setzt sich unvermindert fort. Seit fast zwei Jahren geht die Beschäftigung kontinuierlich zurück. Angesichts des anhaltend hohen Anpassungsdrucks in der Industrie, massiver Kostenbelastungen für die Unternehmen sowie weiterhin erheblicher weltwirtschaftlicher Risiken ist eine Trendwende derzeit nicht absehbar. Wenn der Arbeitsmarkt wieder an Stabilität gewinnen soll, braucht es endlich einen konsequenten wirtschaftspolitischen Kurswechsel auf Bundesebene. Entscheidend ist, die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts spürbar zu stärken: Durch einen konsequenten Abbau überbordender Bürokratie, deutlich schnellere Genehmigungs- und Planungsverfahren sowie eine spürbare Entlastung bei Steuern, Abgaben und Energiekosten. Nur wenn sich Investitionen in Deutschland wieder rechnen, werden Unternehmen investieren, Arbeitsplätze schaffen und den Arbeitsmarkt nachhaltig stabilisieren.“ So kommentierte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Frank Thomé die heute (30. Januar) von der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit vorgelegten Arbeitsmarktzahlen.


Schaubild: Arbeitsmarktentwicklung im Saarland (png)

Schaubild: Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Saarland (png)

Arbeitsmarkt Schaubild: Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Bund (png)

Arbeitsmarkt Schaubild Bundesländer mit höheren Arbeitslosenquoten als im Saarland (png)
Arbeitsmarkt Entwicklung der Beschäftigung im Saarland (png)

Arbeitsmarkt Schaubild: Entwicklung der Beschäftigung im Vergleich zum Bund (png)