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Saar-Arbeitsmarkt: Arbeitslosigkeit erneut leicht gesunken, aber Frühjahrsaufschwung lässt weiter auf sich warten

31.03.2026

Der erneute leichte Rückgang der Arbeitslosigkeit im März entspricht wieder einmal dem langjährigen saisonalen Trend. Allerdings kann in diesem Jahr nicht von einem beginnenden Frühjahrsaufschwung die Rede sein. Dazu geben die anhaltenden strukturellen Belastungen der Wirtschaft und das unsichere weltwirtschaftliche Umfeld im Gefolge des andauernden Ukraine-Krieges und des neu hinzugekommenen Iran-Krieges keinerlei Anlass.

Die Saar-Arbeitslosenquote verharrte bei 7,4 Prozent, im Bund sank sie von 6,5 auf 6,4 Prozent. Aktuell sind hierzulande 39.254 Menschen arbeitslos. Das sind 208 Arbeitslose weniger als noch im Februar und 408 weniger als im März 2025. Wie schon im Januar und Februar liegt damit die Zahl der Arbeitslosen im Saarland unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Dennoch kann für den Arbeitsmarkt weiterhin keine Entwarnung gegeben werden, da sich an den strukturellen Rahmenbedingungen bislang wenig geändert hat: steigende Energiekosten, hohe Abgaben und ausufernde Bürokratie belasten die Unternehmen weiterhin in ihrer gesamten Breite und die Personalanpassungen insbesondere im Verarbeitenden Gewerbe schreiten weiter voran.

Auch im Ranking der Bundesländer zeigt sich unverändert die relative Schwäche des Saar-Arbeitsmarktes. Nach wie vor weisen nur sechs Länder eine höhere Arbeitslosenquote auf als das Saarland. Ein Blick auf den Spitzenreiter Bayern mit seiner aktuellen Quote von 4,2 Prozent belegt, wie groß der Rückstand ist. Schlusslicht im Ländervergleich bleibt Bremen mit aktuell 11,4 Prozent.

In den einzelnen Teilsegmenten des Arbeitsmarktes verlief die Entwicklung im März erneut uneinheitlich und dabei zudem recht träge. So stieg die Arbeitslosenquote der unter 25-Jährigen hierzulande weiter leicht an, von 6,5 auf 6,6 Prozent, während sie im Bund bei sechs Prozent verharrte. Dagegen blieb die Quote der 55 bis unter 65-Jährigen im Saarland unverändert bei 7,4, im Bund hingegen sank sie leicht von 6,8 auf 6,7 Prozent. Verbessert hat sich im Bund auch die Ausländerarbeitslosigkeit, von 14,9 auf 14,7 Prozent. An der Saar stagniert sie bei 19,9 Prozent. Ausländer stellen im Land 36,4 und im Bund 36,0 Prozent aller Arbeitslosen (registriert nach § 16 SGB III). Insgesamt gesehen hinkt das Saarland dem Bund in allen Teilsegmenten des Arbeitsmarktes weiterhin mehr oder weniger deutlich hinterher.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten an der Saar ist im Januar gegenüber Dezember 2025 (neuere Daten liegen noch nicht vor) erneut gesunken (-2.200 Stellen). Mit 385.000 Stellen verzeichnet das derzeitige Beschäftigungsniveau zudem auch wieder ein deutliches Minus gegenüber dem Vorjahresmonat: -3.904 Stellen. Das entspricht einem Beschäftigungsverlust von einem Prozent im Vergleich zum Januar 2025. Seit nunmehr zwei Jahren sinkt die Beschäftigung an der Saar. Niedriger war das Beschäftigungsniveau hierzulande zuletzt im Juli 2020 (383.936 Beschäftigte). Der Beschäftigungsaufwuchs, der im langjährigen Mittel im Saarland immer noch +0,2 Prozent beträgt, verkehrt sich als Folge der strukturellen Probleme des Landes sowie des zunehmend negativen weltwirtschaftlichen Umfelds nach und nach in sein Gegenteil.

Im aktuellen Länderranking der Beschäftigungsentwicklung liegen das Saarland zusammen mit Thüringen mit -1,0 Prozent (gegenüber Vorjahresmonat) auf dem vorletzten Platz. Den letzten Platz teilen sich aktuell Sachsen und Sachsen-Anhalt (-1,1 Prozent). In 12 von 16 Bundesländern sinkt mittlerweile die Beschäftigung und dies erklärt dann auch, dass im Bund insgesamt die Beschäftigung inzwischen sinkt (-0,2 Prozent) und deutlich unter dem langjährigen Bundesschnitt von +1,2 Prozent liegt.

„Die Arbeitslosigkeit ist im März erneut leicht zurückgegangen. Ein Vorbote für einen Frühjahrsaufschwung ist das jedoch nicht. Denn die Zahl der Arbeitslosen bleibt auf hohem Niveau, und auch die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen zieht nicht spürbar an. Vielmehr setzt sich der Stellenabbau - insbesondere im Verarbeitenden Gewerbe - fort. Der Druck auf den Arbeitsmarkt bleibt entsprechend hoch. An den strukturellen Rahmenbedingungen hat sich bislang nichts verbessert. Hohe Kosten, bürokratische Belastungen und fehlende Planungssicherheit bremsen Investitionen und Beschäftigungsaufbau. Zusätzlich nimmt die Unsicherheit in den Unternehmen weiter zu – nicht zuletzt infolge des Iran-Krieges und seiner Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. Steigende Energiepreise, drohende Rohstoffengpässe und Störungen internationaler Wertschöpfungsketten belasten die wirtschaftliche Entwicklung zusätzlich. Umso dringlicher ist es, dass die Bundesregierung endlich eine grundlegende Reformagenda auf den Weg bringt. Es braucht spürbare Entlastungen bei Bürokratie, Energiekosten und Sozialabgaben. Nur so werden Investitionen am Standort Deutschland wieder attraktiver – und damit auch die Grundlage für neue Beschäftigung geschaffen.“ So kommentierte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Frank Thomé die heute (31. März) von der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit vorgelegten Arbeitsmarktzahlen.



Schaubild: Arbeitsmarktentwicklung im Saarland (png)

Schaubild: Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Saarland (png)

Arbeitsmarkt Schaubild: Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Bund (png)

Arbeitsmarkt Schaubild Bundesländer mit höheren Arbeitslosenquoten als im Saarland (png)
Arbeitsmarkt Entwicklung der Beschäftigung im Saarland (png)

Arbeitsmarkt Schaubild: Entwicklung der Beschäftigung im Vergleich zum Bund (png)