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Transportgewerbe ausgebremst

IHK-Branchenbericht beleuchtet
Güterkraftverkehrsgewerbe

06.10.2003

Das Straßengüterverkehrsgewerbe steht derzeit doppelt unter Druck: Neben schon seit längerem rückläufigen Aufträgen werden die Unternehmen bald die zusätzlichen Belastungen aus der LKW-Maut verkraften müssen. Längst hat die Konjunkturflaute auch das saarländische Güterkraftverkehrsgewerbe erreicht, das in den Jahren zuvor fast stets mit überdurchschnittlichen Wachstumsraten glänzen konnte. Wie die IHK Saarland in ihrem neusten Branchenreport mitteilt, reagieren die Unternehmen auf den zunehmenden Wettbewerbsdruck mit einer Ausweitung ihres Dienstleistungsangebotes und Bemühungen, den Fuhrparkeinsatz noch effizienter zu gestalten.

Allein im Saarland sind nach Angaben der IHK in den letzten zwölf Monaten rund 30 Transportunternehmen vom Markt verschwunden. Nach dieser Marktbereinigung seien zur Zeit noch rund 800 Unternehmen im gewerblichen Güterkraftverkehr tätig. Insgesamt beschäftige die Branche an der Saar in Transport, Spedition und Lagerei zusammen knapp 7.300 Arbeitnehmer; fast 100 weniger als im Jahr zuvor. Die Zahl der Auszubildenden sei zwar leicht zurückgegangen, so die IHK, liege aber mit insgesamt rund 330 immer noch vergleichsweise hoch. Dabei biete die Branche ein breites Spektrum an Ausbildungsberufen - vom Berufskraftfahrer bis zum Wartungspersonal, von Lagerfachkräften bis zu Logistikern, von Kaufleuten bis zu IT-Spezialisten reicht die Palette.

Unternehmen hoffen weiter auf faire Wettbewerbsbedingungen

Die IHK beobachtet schon seit Jahren einen steigenden Wettbewerbs- und Preisdruck für die Transporteure. Das rückläufige Transportaufkommen und der wachsende Anteil ausländischer Transporteure habe zu einem verschärften Konkurrenzkampf geführt, der es den Unternehmen trotz steigender Kosten nicht erlaubt habe, höhere Beförderungsentgelte durchzusetzen. Vor diesem Hintergrund betrachteten die Unternehmen die bevorstehende Lkw-Maut und die anhaltenden Diskussionen um eine erhöhte Dieselsteuer mit größter Sorge, so die IHK. Faire Wettbewerbsbedingungen für die deutschen Betriebe seien nur durch die rasche Harmonisierung der Wett­bewerbsbedingungen in der EU zu erreichen. Nach der Einführung einer entfernungs­abhängigen Straßenbenutzungsgebühr für inländische wie ausländische Lkw seien daher die schnelle und nachhaltige Reduzierung der Kfz-Steuer für deutsche Lkw und die Senkung der deutschen Mineralölsteuer auf ein EU-Mindestniveau unabdingbar. Auch eine Harmonisierung der technischen Vorschriften ist nach Ansicht der IHK dringend notwendig, um einen fairen Wettbewerb zu gewährleisten.

Flexibilität, Kostendisziplin und neue Dienstleistungsangebote ...

Flexibilität und schnelle Reaktion auf Kundenwünsche seien auch im Transportgewerbe die wichtigsten Voraussetzungen für das Überleben. Und angesichts der schrumpfenden Transportmengen nutze die Branche schon jetzt alle sich bietenden Einsparmöglichkeiten. Die ständige Reduzierung von Leerfahrten, wie sie vom Bundesamt für den Güterverkehr derzeit beobachtet werde, sei ein deutlicher Beweis für die Bemühungen der Transportunternehmen, den Fahrzeugeinsatz so effizient wie möglich zu gestalten.

Insgesamt, so die IHK, sei das saarländische Transportgewerbe gut aufgestellt. Um im Wettbewerb bestehen zu können, hätten viele Unternehmen ihr Angebotsspektrum um vielfältige Dienste erweitert. Neben ergänzenden Dienstleistungen rund um den eigentlichen Warentransport, wie etwa die Möglichkeit der Sendungsverfolgung, erstrecke sich das Angebot von Systemverkehren über Lagerhaltung und –bewirt­schaftung, Verzollung, Logistikprojekten, technischen Service, Kollektionierung und Mailing bis hin zur Vorproduktion von Zulieferteilen. Damit werde der Übergang zu anderen Geschäftsfeldern und Branchen fließend und ein deutlicher Strukturwandel erkennbar.

Branchenbericht: Transportgewerbe ausgebremst

Weitere Informationen:
Andreas Blügel
(06 81) 95 20-8 00 e-mail: